Fahrgastzahlen - S-Bahn-Station Gonzenheim Haberweg

Neue S-Bahn-Station Gonzenheim - Haberweg
statt Fortführung der U-Bahnlinie U2 von Gonzenheim zum Bahnhof Bad Homburg
Neue S-Bahn-Station Gonzenheim - Haberweg
statt Fortführung der U-Bahnlinie U2 von Gonzenheim zum Bahnhof Bad Homburg
Neue S-Bahn-Station Gonzenheim - Haberweg
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Planungen

Die prognostizierten Fahrgastzahlen
zur Verlängerung der U-Bahnlinie U2 zum Bahnhof Bad Homburg
Nutzen-Kosten-Untersuchung (Sachstand Dezember 2009)
Zitat:
"Damit ein Vorhaben aus öffentlichen Haushaltsmitteln von Bund und Land gefördert werden kann, muss es volkswirtschaftlich sinnvoll sein – das heißt, es muss mehr Nutzen schaffen als es Kosten verursacht. Auch für die Verlängerung der U2 wurde dies geprüft."
"Anhand eines standardisierten Verfahrens des Bundesverkehrsministeriums wird geprüft, welche Veränderungen sich zukünftig durch den Bau des Vorhabens (dem sog. „Mitfall“) – im Vergleich zur Beibehaltung der aktuellen Infrastruktur (der sog. „Ohnefall“) – ergeben würden."
Ergebnis:
"Der Nutzen des Vorhabens ist in etwa doppelt so hoch wie die entstehenden Kosten."
Die Nutzen-Kosten-Untersuchung
Zweifellos-, um eine solch umfangreiche Nutzen-Kosten-Analyse aufzustellen, braucht es sehr großes Fachwissen, das wir Bürger einfach nicht haben. Wir "Laien" schalten bei solchen Themen recht schnell ab und überlassen alles Weitere den Experten.
Doch durchlesen schadet nicht. Und es sind ja auch nur 14 Seiten. Also schauen wir uns die "Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU) - Sachstand Dezember 2009" einmal näher an.

Das Ergebnis der Wirtschaftlichkeits-Untersuchung ist eine "NKU-Kennzahl", die Grundlage und Rechtfertigung der beabsichtigten Bau-Maßnahme "Verlängerung der U-Bahnlinie U2 bis zum Bahnhof Bad Homburg" ist. Es wird von Verkehrsplanung Köhler und Taubmann GmbH (VKT) ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 2,15 errechnet, was bedeutet, dass der Nutzen um 2,15 höher ist als die Kosten.

Wie wir wissen, errechnet sich die Wirtschaftlichkeit - z.B. eines Projektes - am Verhältnis von Ertrag zum Aufwand.
Ertrag / Aufwand , oder  anders formuliert, Nutzen / Kosten = ergibt die Kennzahl, die die Wirtschaftlichkeit einer Maßnahme anzeigt.

Die Wirtschaftlichkeit erhöht sich, wenn ...
1. die Erträge bzw. Erlöse steigen (z.B. durch zusätzlich neue Fahrgäste)
oder
2. der Aufwand bzw. die Kosten sinken. (z.B. durch U2-Fahrten im 15 Minuten-Takt statt wie bisher in 7,5 Minuten, oder Streckenkürzungen bei den Buslinien 1,11 und 5)

Nun gibt es vielfältige Parameter, die das Ergebnis eines standardisierten Bewertungsverfahrens beeinflussen können.
"Man bräuchte im Grunde nur einen (neuen) Parameter zusätzlich einfügen den man für wichtig hält, oder man lässt einen anderen weg. Man würde den einen höher oder den anderen niedriger bewerten - und schon würde man das gewünschte Ergebnis erhalten", hört man oft Ökonomen sagen.  
Vielleicht ist deshalb Statistik im allgemeinen so beliebt, weil man immer die Ergebnisse bekommen kann, die man haben will?  Bestimmt ist da nichts dran.

Also lesen wir weiter in der Nutzen-Kosten-Untersuchung, ... Seite 8, 9, ...10.
Aber moment. Hier auf Seite 10 werden anscheinend Fahrgäste, die ausschließlich im "Binnenverkehr Frankfurt" mit der U2 unterwegs sind, zu den neuen Fahrgästen hinzugerechnet, die durch die Baumaßnahme "Verlängerung der U-Bahnlinie U2 bis zum Bahnhof Bad Homburg" neu entstehen sollen.
Ist das richtig?
Schauen Sie bitte und überprüfen Sie selbst. Den fraglichen Sachverhalt finden Sie im Dokument der Nutzen-Kosten-Untersuchung (Sachstand Dezember 2009) auf Seite 10.

Wir erinnern uns an die "Wirtschaftlichkeit" eines Projekts.
Um einen höheren Nutzen (Ertrag) vorhersagen zu können, sind insbesondere die zu erwartenden "neuen Fahrgäste" von entscheidender Bedeutung, da diese ja nach Fertigstellung der Bau-Maßnahme vom privaten PKW auf den ÖPNV umsteigen sollen.
So wird von VKT auf Seite 10 prognostiziert, dass durch die Verlängerung der U-Bahnlinie U2 mit 3.090 (tlw. 3.100) neuen Fahrgästen pro Werktag zu rechnen sei.
Diese 3.090 neuen Fahrgäste setzen sich zusammen aus :

 2.710 Fahrgästen durch Verlagerungswirkung aus Indiv. Verkehr und Öffentl. Verkehr
+ 380 Fahrgästen durch Neuverkehr (Neue Einwohner ?)
=3.090 neue Fahrgäste sind Basis der NKU=2,15.

In der nachfolgenden Grafik werden diese 2.710 neu zu erwartenden Fahrgäste / Werktag genauer nach ihren Fahrzielen eingeordnet.

So erkennt man folgendes Fahrverhalten:
a) 1.100 Bad Homburg - FFM
b) 400 Einzug S5 (Friedrichsdorf) - FFM
c) 100 Einzug Taunusbahn (Usingen etc.) - FFM
d) 900 Binnenverkehr Frankfurt
e) 0 Binnenverkehr Bad Homburg
f) 60 Zielverkehr Bad Homburg ohne FFM
g) 150 Sonstige (möglicherweise Schwarzfahrer etc.?)
h) 2.710 Summe Fahrgäste aus Verlagerungswirkung Indiv.V. auf Öff.V.

Nun ist logischerweise die Baumaßnahme "Verlängerung der U-Bahnlinie U2" nur mit prognostizierten Fahrgastzahlen zu rechtfertigen, die auch Bad Homburg mit der U2 durchqueren.  Auf keinen Fall jedoch wären innerstädtische Frankfurter Fahrgäste wie unter d) g) mit einzurechnen. Da das aber wohl geschehen ist, müsste es unstrittig sein, diese frankfurter Fahrgäste aus der Nutzen-Kosten-Berechnung herauszunehmen, da sie keinerlei Bezug zur Bau-Maßnahme in Bad Homburg haben.

Daher müssten folgende korrigierte prognostizierte Fahrgastzahlen gelten:

Für Bad Homburg sind in Summe folgende Fahrgastzahlen relevant:
1.100 + 400 + 100 + 0 + 60 = 1.660 Fahrgäste

Für Frankfurt sind in Summe folgende Fahrgastzahlen relevant:
900 + 150 = 1.050 Fahrgäste

Statt der prognostizierten 2.710 neuen Fahrgäste wären "maximal "nur" 1.660 neue Fahrgäste für Bad Homburg anzurechnen und für eine abschließende Wirtschaftlichkeits-Betrachtung heranzuziehen.
Das entspräche aber einer Ergebnisverzerrung von 38,75 %, die sich auf die gesamte Nutzen-Kosten-Untersuchung übertragen würde und diese dann im Ganzen fraglich erscheinen lässt.

Reduzierung der Kosten:
Ebenso bemerkenswert ist, dass die Verkehrsplaner davon ausgehen, dass die verlängerte U-Bahnlinie U2 nichts zum innerstädtischen Verkehr in Bad Homburg beiträgt.
"Binnenverkehr Bad Homburg = Null"

Deshalb ist anzunehmen, dass die zusätzlichen Streckenkürzungen der Buslinien, 1 und 11, (Fahrten ab Bahnhof nach Obereschbach - gestrichen, dürftiger Ersatz durch Linie 4) und Buslinie 5 (Fahrten von der Saalburg weiter nach Oberhain und Hessenpark - gestrichen)-, hauptsächlich zur Kostensenkung herangezogen wurden, um eine positive NKU-Kennzahl und damit die "Wirtschaftlichkeit" des Bauvorhabens rechtfertigen zu können. Denn so wie es aussieht, werden die Kürzungen der drei Bad Homburger Buslinien in keinster Weise durch die Verlängerung der U-Bahnlinie U2 aufgefangen. hier
Im Ganzen würde das die Grundsätze und Ziele der beabsichtigten "kurzen Reisezeiten" und "Verknüpfungen" auf den Kopf stellen, denn nun dürften z.B. Bus-Fahrgäste warten, laufen oder mehrfach umsteigen.
Kommen wir zurück zur Berechnung der prognostizierten 3.090 (tlw. 3.100) "neuen Fahrgäste" pro Werktag. Denn diese Zahl wurde weiter verwendet - möglicherweise mit erheblichen Auswirkungen.
So wurde den Bürgern am 07.06.2018 und 18.10.2018, - also kurz vor dem Bürger-Entscheid vom 28.10.2018 - mitgeteilt, dass durch die U2-Baumaßnahme werktäglich 3.100 Fahrgäste und folglich jährlich 810.000 Personen vom privaten PKW auf den ÖPNV umsteigen werden. Ebenso wurde in der Bürger-Informationsveranstaltung berichtet, dass die A661 werktäglich von ca. 1.500 PKWs entlastet werde. Die genannten Zahlen halfen dabei, die Baumaßnahme zu rechtfertigen.

Auch in diesen Zahlen sind wie zuvor beschrieben, 1.050 innerstädtische Frankfurter Fahrgäste pro Werktag mitgezählt worden, die niemals in Bad Homburg vom PKW auf den ÖPNV umsteigen werden.
Gerade diese Informations-Veranstaltung, in der fragende Bürger unter Umständen mit möglicherweise falschen Zahlen über die Sinnhaftigkeit der Baumaßnahme informiert wurden, könnte entscheidend auf das Abstimmungsverhalten des Bürgerentscheides gewesen sein.


Kein Kommentar
Unbestritten ist, dass eine Verknüpfung von U-Bahnlinie U2 und S-Bahnlinie S5 für Bad Homburg wichtig ist.
Sollte die beabsichtige Verlängerung der U2 nicht durchführbar sein, gäbe es sogar eine wirkliche alternative Lösung. Diese ist seit 2001 bekannt.  - hier

Leider wurden in jüngster Vergangenheit sämtliche Anträge auf Prüfung einer S-Bahn-Station in Gonzenheim-Haberweg durch Parteien, Verkehrsausschuss und Stadtparlament einstimmig abgelehnt.

Antrag an die Politik - Prüfung der in der NKU prognostizierten "neuen Fahrgast-Zahlen"
Mit diesem Schreiben soll beantragt werden, die Nutzen-Kosten-Untersuchung in folgendem Punkt zu prüfen:
Frage:
Ist es richtig, dass U2-Fahrgäste, die ausschließlich im "Binnenverkehr Frankfurt" unterwegs sind, zu den prognostizierten "neuen Fahrgästen" hinzu gezählt werden dürfen, um damit die Baumaßnahme U2-Verlängerung zu rechtfertigen? (siehe NKU Seite 10)
Grund: Der Frankfurter Binnenverkehr hat nichts mit der U2-Verlängerung in Bad Homburg zu tun, verfälscht aber möglicherweise das Ergebnis der vorliegenden Nutzen-Kosten-Untersuchung sehr stark. (ca. 38,75%)
Sollte sich herausstellen, dass das zentralste Argument - die Wirtschaftlichkeit der Baumaßnahme - fraglich ist, bitten wir darum, diese in Punkt Fahrgäste "Binnenverkehr Frankfurt" zu überprüfen und ggf. die Maßnahme "Verlängerung der U-Bahnlinie U2 zum Bahnhof Bad Homburg" in dieser Form zurückzustellen.
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