der RMV - S-Bahn-Station Gonzenheim Haberweg

Neue S-Bahn-Station Gonzenheim - Haberweg
statt Fortführung der U-Bahnlinie U2 von Gonzenheim zum Bahnhof Bad Homburg
Neue S-Bahn-Station Gonzenheim - Haberweg
statt Fortführung der U-Bahnlinie U2 von Gonzenheim zum Bahnhof Bad Homburg
Neue S-Bahn-Station Gonzenheim - Haberweg
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kurz - worum es geht..

Am 22. Februar 2019 habe ich einen Alternativvorschlag _ S-Bahn-Station Gonzenheim-Haberweg statt U-Bahn-Verlängerung _ an alle Verfahrensbeteiligte per Email versandt, mit der Bitte um Prüfung und ggf. Berücksichtigung.

Zeitgleich zu Beginn unserer 1. Informations-Veranstaltung am 02.05.2019 um 18:00 Uhr im Gemeindehaus Gonzenheim, erhielten wir die Rückantwort des Rhein-Main-Verkehrsverbundes RMV zu unserem Schreiben.
Hierin nennt der RMV die Ziele "Verknüpfung" und "kurze Reisezeiten", auf die wir detailiert eingehen. Zudem wird durch den RMV "festgestellt", dass ein S-Bahnhalt am Haberweg auf Grund der Länge eines S-Bahnsteigs von 210m nicht möglich sei.
Das entspricht jedoch nicht unseren Längen-Messungen.

In der Mail vom 08. Mai. 2019 geht der RMV nur noch von einer "Abschätzung" aus.
Wir bitten deshalb um Einsichtnahme in Planunterlagen.

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Kopie an:
Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen
Regierungspräsidium Darmstadt
RMV - Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH
Regionalverband Frankfurt Rhein Main - Verkehr und Umwelt
Landrat des Hochtaunuskreises
Oberbürgermeister Alexander Hetjes
Bürgermeister Herr Meinhard Matern
Stadtverordnetenversammlung
Fraktionen CDU, SPD, Grünen, BLB, FDP
Antwort des RMV auf unser Schreiben vom 22.02.2019
02.05.2019 |  17:05 Uhr
Betreff: AW:
Neu-Errichtung _ S-Bahn-Station Bad Homburg - Gonzenheim Haberweg _ statt _ Fortführung der Stadtbahnlinie U2

Sehr geehrte Frau Baum,
das Verkehrsministerium hat Ihre Anfrage bezüglich einer S-Bahn-Station statt der U2-Verlängerung an uns weiter geleitet und um Beantwortung gebeten.

1.) S-Bahn-Halt "Auf der Steinkaut"
Überlegungen zu einem S-Bahn-Haltepunkt im Bereich „Auf der Steinkaut“ bestanden schon vor vielen Jahren, und zwar losgelöst von der U2-Verlängerung zum Bahnhof Bad Homburg.

2.) Verknüpfung
Die Verlängerung der U-Bahn-Strecke ist Bestandteil einer Zusammenführung von Linien im Bahnhof Bad Homburg, um diesen zu einer Verkehrsdrehscheibe zu entwickeln. Dazu gehören neben dem Busverkehr auch die geplante Regionaltangente West und die Verlängerung der Regionalbahn-Linie RB 16 von Friedberg über Friedrichsdorf hinaus nach Bad Homburg. Die Verkehrsdrehscheibe eröffnet zahlreiche Umsteigemöglichkeiten und verbessert so die Vernetzung und damit die Attraktivität des ÖPNV insgesamt.

3.) längere Reisezeiten
Generell bedeutet ein zusätzlicher S-Bahnhalt, dass den Vorteilen der Erschließung auch Nachteile einer dann längeren Reisezeit für die Fahrgäste, die dort ohne Halt durchfahren, gegenüberstehen. In den einschlägigen Bewertungsverfahren werden die Nutzenvor- und -nachteile gesamthaft betrachtet und bewertet.

4.) Haberweg - S-Bahn-Stationen müssen 210m lang sein
Ergänzend möchten wir Sie darauf aufmerksam machen, dass der von Ihnen vorgeschlagene Abschnitt zwischen den Eisenbahnüberführungen „Frankfurter Landstraße“ und „Kaiser-Friedrich-Promenade“ nicht ausreicht, um dort die für die verkehrenden S-Bahnzüge benötigen 210 Meter langen Bahnsteiglänge anzuordnen, sodass allein schon aus Gründen des Flächenbedarfs an dieser Stelle keine geeigneten Voraussetzungen für einen Haltepunkt bestehen.

Mit freundlichen Grüßen,

i. A. xxxxxx
Leiter Netzentwicklung und Schienenverkehr
Geschäftsbereich Verkehrs- und Mobilitätsplanung

Schreiben an die Fraktionen des Stadtverordneten-Versammlung
auf Grund des Schreibens des RMV vom 02.05.2019
05.05.2019 |  17:35 Uhr
Errichtung einer "S-Bahn-Station Bad Homburg - Gonzenheim Haberweg" - statt Fortführung der Stadtbahnlinie U2 von Gonzenheim zum Bad Homburger Bahnhof.
Eine unvergleichlich kostengünstigere Alternative mit weit größerem Gesamt-Nutzen.

Sehr geehrte Damen und Herren, (Stadtverordneten-Versammlung)
ich sende Ihnen in o.g. Angelegenheit und zu Ihrer Information in Kopie unsere Antwort auf das Emailschreiben vom 02.05.2019 / Stellungnahme des RMV - Herr xxxxx.
Um darauf zu reagieren und eine Lösung anzubieten, ist der Zeitpunkt nun eng bemessen. Vor allem, da ich hörte, dass sich die Stadtverordneten-Versammlung und der Ortsbeirat Gonzenheim in Kürze zu einer möglichen Errichtung einer S-Bahn-Station am Haberweg beschäftigen wollen.

Ich gehe davon aus, dass die Stellungnahme des RMV großes Gewicht bei der Beurteilung in dieser Frage haben wird.
Um es kurz zu machen besteht in dieser unter Punkt 4 genannten zentralsten Frage erheblich großer Dissens und Klärungsbedarf, der jedoch recht einfach z.B. durch Planunterlagen oder durch fremde Fachleute zu überprüfen wäre.
Ich bitte Sie deshalb darum, bis zur Klärung der elementarsten Frage in Punkt 4 - eine Entscheidung über die Möglichkeit einer S-Bahn-Station am Haberweg im Stadtparlament und Ortsbeirat Gonzenheim zurück zustellen.

Mit freundlichen Grüßen
Kirsten Baum

Antwort auf das Schreiben des RMV vom 02.05.2019      05.05.2019 |  17:35
Sehr geehrter Herr xxxx, (RMV)
zunächst danke ich Ihnen und der gesamten Leitung des RMV dafür, dass Sie sich unserem Anliegen angenommen haben.
Die Errichtung einer S-Bahn-Station Gonzenheim-Haberweg - statt Fortführung der U-Bahnlinie U2 von Gonzenheim bis zum Bahnhof Bad Homburg.
Ihre Antwort kam per Email zeitgleich zu Beginn unserer Informations-Veranstaltung im Gemeindesaal Gonzenheim, Kirchgasse 3A, Bad Homburg. Bedauerlicherweise haben wir es deshalb versäumt, den vollen Gemeindesaal mit ca. 120 Personen über den Inhalt Ihrer Email zu informieren. Wir werden das aber schnellstmöglich nachholen.
Unsere Webseite www.alt-gonzenheim.de ist nun am Start.
Erlauben Sie mir auf Ihre Rückantwort nacheinander zu antworten.

zu 1.)  S-Bahn-Halt "Auf der Steinkaut"
Das ein S-Bahn-Haltepunkt im Bereich „Auf der Steinkaut“ vor Jahren vorgesehen war, ist zwar richtig, jedoch nicht zielführend. Denn der Einzugsbereich in diesem Gebiet besteht vorwiegend aus gutbürgerlichen Einfamilienhäusern und Villen - teilweise mit großem Flächenbedarf. Damit erreichen Sie niemals die Fahrgastzahlen potentiell neuer ÖPNV-Nutzer, die Sie so gerne vom privaten PKW zum Umstieg auf den ÖPNV locken wollen. Ebenso sollen in vielen Jahren im Neubaugebiet "Am Bornberg" nur 400 Wohneinheiten entstehen.

Allein aus diesem Grund ist eine gar nicht soweit davon entfernte S-Bahn-Station am Haberweg wesentlich sinnvoller, da hiermit u.a. das gesamte süd-östliche Bad Homburg erreicht werden kann. Und das umfasst das dicht besiedelte Gonzenheim, Ober-Eschbach UND auch den Bereich "Auf der Steinkaut", dort wo sich das Kaiser-Friedrich-Gymnasium KFG befindet. Ebenso ist das geplante Neubaugebiet "Am Bornberg" entlang grüner Natur und ohne Autoverkehr bestens zu Fuß zu erreichen.
Wir haben die wichtigsten Wegstrecken vom Standpunkt S-Bahn-Station Haberweg gemessen und mit Zeitangaben versehen und bei unserer Informationsveranstaltung öffentlich gemacht. Dazu sind auch Videos vorhanden, die in Kürze auf unserer Webseite zusehen sein werden, so dass sich alle Verfahrensbeteiligte, aber auch Besucher und Bürger Bad Homburgs darüber informieren können.

VIDEOs - kurze Wege in Bad Homburgs Süd-Osten / Basis 1 Gehminute = 83m
  1. S-Bahn-Station HABERWEG nach U-Bahn –
    Entfernung 305m / Fahrrad 1:30Min / Fußweg 3 Min. 40 Sek.    
  2. U-Bahn nach      S-Bahn-Station SCHÜTZBRETT –
    Entfernung 404m / Fahrrad 1:30Min / Fußweg 4 Min. 51 Sek.   
  3. S-Bahn-Station HABERWEG nach „Am Bornberg“–
    Entfernung 628m / Fahrrad 2:20Min / Fußweg 7 Min. 32 Sek.
  4. KF-Gymnasium nach      S-Bahn-Station HABERWEG –
    Entfernung 625m / Fahrrad 2:15Min / Fußweg 7 Min. 30 Sek.    
  5. S-Bahn-Station HABERWEG nach Frd.-Ebert-Schule –
    Entfernung 366m / Fahrrad 1:42Min / Fußweg 4 Min. 24 Sek.   
  6. S-Bahn-Station Haberweg nach Schwimmbad, Therme, Kurpark
    Entfernung 1020m / Fahrrad 3:51Min / Fußweg 12 Min. 14 Sek.     

zu 2.) Verknüpfung

zunächst direkt zur Email des RMV:
Ziel des RMV - Verknüpfung: "Die Drehscheibe Bahnhof Bad Homburg entwickeln."
Geht man der umfangreichen Aufzählung von verschiedenen Verkehrsnetzen, - die am Bahnhof Bad Homburg verknüpft werden sollen -, auf den Grund, so erkennt man folgendes:
  1. den Busbahnhof vor dem Bad Homburger Bahnhof (Bj. 1907) gibt es bereits seit 100 Jahren,
  2. für die geplante Regional-Tangente-West / RTW muss kein Meter Schiene neu gebaut werden, da bereits vorhanden.
  3. die Regionalbahn-Linie RB 16 Friedberg - Friedrichsdorf endet zzt. in Friedrichsdorf mit unmittelbaren, zeitgleichen und direktem Umstieg am selben Bahnsteig in die S5.
    Was also wäre der Vorteil für Pendler, wenn sie nicht in Friedrichsdorf, sondern in Bad Homburg in die S5 umsteigen würden?
    Es gibt keinen.
    Im Gegenteil, man müsste stattdessen den Bahnsteig in Bad Homburg unterirdisch wechseln, was Zeit, Energie, und versäumte Anschlüsse bedeuten würde.
    Zudem produziert man durch Parallelbetrieb zur S5 zusätzlichen Verkehr und Abgase.


Was ist also das einzig Neue an der umfangreichen Aufzählung des RMV?
Die Verlängerung der U-Bahnlinie-Gonzenheim zum Bahnhof, verpackt in der großen Idee einer "Drehscheibe" Bahnhof Bad Homburg.

dazu im einzelnen:
(am Bahnhof ./. oder am Haberweg)
wir haben uns im Vorfeld die Mühe gemacht und den Planfeststellungs-Bericht von Grontmij genauestens durchgearbeitet. So sind schon zu Beginn des Berichts auf den Seiten 9 - 10 die Kriterien genannt, die notwendig sind, um eine U-Bahnlinie U2 bis zum Bahnhof Bad Homburg zu verlängern und zu rechtfertigen.
Ein bundeseinheitliches standardisiertes Verfahren mit einem Bewertungshorizont von 2006, 2009 und 2015 ist durch die Planer Grontmij, Köhler + Taubmann, Schüssler-Plan, alle  Hanauer-Land-Str. 135-137 u. 145, Frankfurt am Main, erarbeitet worden.
Um die Wirtschaftlichkeit der umfangreichen Baumaßnahme - U-Bahnlinien-Verlängerung - zu rechtfertigen und ggf. Bundes- u. Landesmittel dafür als Zuschüsse zu erhalten, sind Grundsätze und Ziele zu erfüllen.

Dabei sind zu beachten:
  1. Erstellen einer Prognose für künftiges hohes Fahrgastpotenzial
    1. daraus folgen Planungsziele
     
  2. ÖPNV-Gesetz Hessen §2
    1. Anforderungen       
      1. ausreichende Verkehrsbedienung   
      2. kurze Reisezeiten (7,5 Min.-Takt nicht mehr möglich)   
      3. Verknüpft andere Verkehrssysteme
     
  3. Regionalplan Südhessen 2010     
    1. Grundsätze + Ziele   
      1. Mittelzentren wie HG sind Verknüpfungspunkte   
      2. Verkehrsachsen nachfragegerecht weiterentwickeln     
     
  4. Landesentwicklungsplan Hessen (LEP)
    1. Grundsätze + Ziele       
      1. Anwendung zeitgemäßer Technologien   
      2. Wirtschaftlichkeit entspricht der erzielbaren prognostizierten Nachfrage
 
Um es noch einmal zu verdeutlichen was im Landesentwicklungsplan Hessen (LEP) als Grundsätze + Ziele ausdrücklich genannt ist:
"Der ÖPNV ist so auszubauen, dass er eine Alternative zum motorisierten Individualverkehr darstellt, soweit dies dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit entspricht und von der erzielbaren Nachfrage her gerechtfertigt ist."
So sind es diese drei zentralen Schlüsselwörter, die jeder anfragenden Person bausteinartig entgegengehalten werden:

  1. Fahrgastzahlen        =    + 3.100 / Werktag (davon 400 / WT Neukunden + 2.700 / WT sind bereits ÖPNV-Nutzer)
  2. Verknüpfung            =    U- und S-Bahnlinie
  3. Wirtschaftlichkeit   =    Nutzen/Kosten = 3,16 Mio € a / 1,47 Mio € a = NKU 2,15
 
Daraus ergibt sich die Kennzahl NKU = 2,15 zum Bewertungshorizont 2015.
Diese Kennzahl 2,15 ist nun rechtlich unumstößlich. Sie kann nun aber zur Grundlage für die Beurteilung einer wirklichen Alternative zur Verknüpfung beider ÖPNV-Systeme werden. Nämlich die Errichtung einer S-Bahn-Station in Gonzenheim-Haberweg, deren Wirtschaftlichkeit sich nun bestens vergleichen lässt zu den Nutzen/Kosten NKU=2,15.

Warum wäre diese Alternative in allen 3 Punkten attraktiver als eine verlängerte U-Bahnlinie?
  1. Für wesentlich mehr Fahrgäste attraktiv,
  2. Pendler der U2 können an der S-Bahn-Station Haberweg DIREKT in BEIDE Richtungen der S-Bahn + Taunusbahn wechseln.
  3. der süd-östliche Bad Homburger Stadtteil "Gonzenheim", die untere "Kaiser-Friedrich-Promenade" und "Auf der Steinkaut" mit reinen Wohngebieten, zwei Schulen, dem Seedamm-Schwimmbad, der   Taunus-Therme und dem Kurpark werden direkt an das S-Bahn-Netz angebunden;
  4. das geplante Neubau-Gebiet "Am Bornberg" wäre wie das KF-Gymnasium mit 7 Min 30 Sek. Fußweg oder 628m Entfernung bestens angebunden.
  5. erheblich geringere Herstellungs-Kosten,
  6. wesentlich kürzere Bauzeit, weil Sonderbauten der U-Bahn-Verlängerung nicht benötigt würden,
  7. geringere bis keine Belastung von Anwohnern und Verkehr während der Bauphase,
  8. keine Belastung für das Stadtbild Bad Homburg,
  9. die heutige U-Bahn-Endhaltestelle Gonzenheim könnte unverändert bleiben, da ein Lückenschluss von S-Bahn zur U-Bahn hergestellt wäre.

Bedenken Sie auch bitte zu erst Grundsätzliches.
Umsteigen müssen Sie als Pendler ebenso am Bahnhof - oder aber gleich am Haberweg. Von einer umsteigefreien Durchfahrt kann man nicht - oder wenn, dann nur für einen kleinen Personenkreis sprechen. Doch für sehr viele Pendler aus Friedrichsdorf, Friedberg, Usingen und Hintertaunus, die mit der U2 in Gonzenheim ankommen und direkt über den S-Bahn-Halt am Haberweg umsteigen könnten, ist es nicht gleichgültig, ob sie nach einer realisierten U2-Verlängerung gezwungenermaßen bis zum Bahnhof Bad Homburg weiterfahren müssen.

Denn dann müssten diese Pendler erst am Bahnhof Bad Homburg in die S-Bahn in Richtung Friedrichsdorf umsteigen und anschließend den gleichen Weg - am Haberweg vorbei - zurückfahren. So verlieren diese vielen Pendler mindestens 1 - 2 Taktungen der S-Bahn. In der Summe gilt das für Hin- und Rückfahrt, was im günstigsten Fall 2 * 15 Min. = 30 Min. / Werktag bedeuten würde. Rechnen Sie nun diese täglichen 30Min. zusätzliche Wartezeit am Bahnhof Bad Homburg auf die Jahresarbeitszeit von 170 Tagen, so ergeben sich insgesamt im Jahr 85 Stunden.
85 Stunden, die jeder Pendler aus Friedrichsdorf, Friedberg, Usingen, Hintertaunus mit Stehen am Bahnhof verbringt, bedeuten in der Jahressumme 2 Arbeits-Wochen und 1 Arbeits-Tag, den sie nicht mit ihrer Familie verbringen können.
Sagen wir es mal so:
Wer verbringt schon freiwillig 2 Wochen Urlaub am Bahnhof Bad Homburg?
Und zahlt dafür noch 50 Mio.€ ?
Ich vergaß, die Wartezeit am Bahnhof belebt das Kleingewerbe. Das ist ja auch so angedacht.
Cafe, Kiosk, Haareschneiden usw. In 15 Minuten ist das gut zu schaffen. Vielleicht ist auch eine Kita am Bahnhof möglich? Die wäre notwendig, weil nun die Zeit fehlt, die man mit einem direkten Umstieg in die S5 am S-Bahn-Halt Gonzenheim-Haberweg persönlich Zeit für seine Kinder hätte.

Und noch etwas zur sogenannten "Verknüpfung" möchte ich erwähnen.
Wir haben die Fußwege nicht nur am Haberweg, sondern auch am Bahnhof gemessen.
So legt ein Fahrgast, der aus Gonzenheim kommend am Bahnsteig 1.2 aussteigt und zu Gleis 3 mit der S5 in Richtung Frankfurt weiter fahren will, im günstigsten Fall mindestens 251 m Fußweg zurück. (im Vergleich zu Haberweg 305m - kostet aber 50 Mio. und 5 Jahre Baustelle)
Auch in umgekehrter Richtung sind immerhin 135m Fußweg für einen Umstieg am Bahnhof notwenig, kommt man aus Richtung Frankfurt auf Gleis 4 an und möchte mit der U2 am Einsteigebahnsteig 1.1 weiter in Richtung Gonzenheim.
Übrigens bezeichnet Grontmij auf S. 27 des Planfeststellungs-Berichts die Verknüpfung am Bahnhof auch zum Busbahnsteig als sehr gut.
Gemessen ist hier der Fußweg von Bahnsteig 1.2 zum Busbahnsteig vor dem Bahnhof 351m lang, was zeitlich 4Min. u. 13 Sek. Fußweg bedeutet.

Diese vorteilhafte Verknüpfung und die daraus folgende Wirtschaftlichkeit müssen Sie mir unbedingt erklären. M.E. liegt die unterschiedliche Wahrnehmung daran, dass der Begriff BAHNHOF einen weit größeren Deutungs-Rahmen erhält, als der flächenmäßig kleinere Raum U-Bahn-Gonzenheim / S-Bahn-Station Haberweg.
Das unterschätzt man wohl sehr leicht.

zu 3.) längere Reisezeiten
wie bereits unter 2.) beschrieben, gilt das umsteigefreie Durchfahren nur für einen kleinen Pendlerkreis. Es sind wohl die Angestellten, die im direkten Umfeld am Bahnhof tätig sind.
Das gros der Pendler, - ob sie nun aus Oberursel oder gar aus Friedrichsdorf, Friedberg, Usingen, Hintertaunus kommen und am Bahnhof  Bad Homburg umsteigen, für sie ist es eine zusätzliche Belastung mit Verlust an Lebenszeit bis zu 2 Arbeitswochen - nur durch warten.

Aber das beste kommt ja noch - was leider ihre Behauptung von "längeren Reisezeiten" auf den Kopf stellt.
Bisher endet die U2 in Gonzenheim. Gemäß dem Wochenfahrplan der U2 werden in Stoßzeiten U-Bahnfahrten im 7,5 Minuten-Takt angeboten. Diese sind von 7:02 bis 9:02 Uhr und abends von 16:02 bis 18:54 Uhr.

Insgesamt handelt es sich täglich um :
21 Fahrten im 7,5 Minuten-Takt - nach Frankfurt - und
21 Fahrten im 7,5 Minuten-Takt zurück - nach Bad Homburg-Gonzenheim.
In Summe gibt es 42 Fahrten / Werktag im 7,5 Minuten-Takt.
Das entspricht bei täglich 192 Fahrten = 21,9 %.
Sie können also morgens und abends als Pendler sicher sein, dass in Gonzenheim eine U-Bahn auf sie wartet und bald losfährt. Optimal, da fährt man gerne mit.

Nun ist es aber so, dass nach U-Bahnlinien-Verlängerung bis zum Bahnhof Bad Homburg - nicht mehr dieser 7,5 Minuten-Takt möglich ist. Es werden nur noch U-Bahnen im 15 Minuten-Takt fahren können, was eine Reduzierung des U-Bahnfahrten-Angebots von ca. 21,9 % entspricht.

Das hat folgenden Grund, den unser Mitstreiter Herr Dipl. Ing. Werner Solf - jahrzehntelanger DB-Bediensteter in verantwortlicher hoher leitender Funktion - bei unserer Informationsveranstaltung am 02.05.2019 im vollen Gemeindesaal Gonzenheim den neugierigen Zuhörern verdeutlichte.

Technisch nun nicht mehr möglich.
Logisch,- weil am Bahnhof Bad Homburg bei diesem knappen 7,5 Minuten-Takt der Wechsel vom Aussteigebahnsteig 1.2 zum Einsteigebahnsteig 1.1 zeitlich nicht mehr funktioniert. Und das ist verständlich, denn die beiden Bahnsteige 1.1 und 1.2 am Bahnhof liegen doch jetzt hintereinander - und nicht nebeneinander. Und das Aussteigen der Fahrgäste am Bad Homburger Bahnhof - das Einsteigen der Fahrgäste - der Wechsel des Fahrzeugführers in den Triebwagen am anderen Ende des U-Bahnzuges - das Einrichten des Triebwagens zur Rückfahrt nach Frankfurt,- ja, das braucht eben seine Zeit. Und die ist nun mal deutlich länger als 7,5 Minuten.
So folgt aus der komplizierten und teuren U2 - Verlängerung bis zum Bahnhof, dass auch diese Fahrgäste, ähnlich wie die zuvor genannten, mindestens einen Zeittakt in jede Richtung verlieren. In der Tagessumme sind das wiederum 30 Min. bzw. im Jahr gesehen - 2 Arbeitswochen und 1 Arbeitstag unbezahlter Urlaub am Bahnhof Bad Homburg - mit Warten.

Nun aber ...
zu 4.) Haberweg - S-Bahn-Stationen müssen 210m lang sein
vielen Dank für Ihren Hinweis zur vorschriftsmäßigen Länge eines S-Bahnsteigs. Das bestätigt unsere Annahme, denn wir sind ebenfalls von 210m Länge ausgegangen.
Nach unseren Messungen ergeben sich zwischen den S-Bahn-Brücken Frankfurter-Landstraße und der Kaiser-Friedrich-Promenade eine gerade waagerechte Schienenstrecke von mindestens 223,04m Länge, was ja über Gebühr für einen S-Bahn-Steig ausreichend wäre.
Dieses Maß kann jeder bei Interesse einfach mittels Google-Earth überprüfen.
(Google - Bad Homburg - Karte - Enter, Karte vergrößern auf den notwendigen Kartenausschnitt, nun rechte Maustaste - Entfernung messen - und die Endpunkte in der Karte bestimmen.) Ebenso ist in der Breite genügend Fläche für einen S-Bahn-Steig an der schmalsten Stelle am Haberweg möglich. Denn auch hier sind es von der äußeren Gleiskante bis zur Straßenkante ca. 6,50m, so dass ein Bahnsteig auch in der Breite leicht zu realisieren wäre.

gefordert sind:
Abstand Gleis zur Bahnsteigkante        1,60m
Mindestbreite Bahnsteig                      2,50m
Breite Bahnsteig insgesamt                 4,10m
Es bleiben also noch ca. 2,40m für Freitreppe und Rampe mit 6% Gefälle übrig, die m.E. leicht parallel zum Bahnsteig anzuordnen wären. Zugang zum Bahnsteig wäre am höchsten Punkt des Haberwegs, so dass hier nur ca. 1,70m Höhenunterschied zum Bahngleis bestehen.m Auf der gegenüberliegenden Seite "Am Schützbrett" beträgt dieser Höhenunterschied Geländeoberkante GOK und Oberkante OK Schiene nur ca. 0,80m, also ca. 5-6 Stufen oder eine 15m Rampe notwendig sind. Das Messen mit Google-Earth bestätigten mir zwei öffentlich bestellte Vermessungsingenieure, um damit ein gut kalkulierbares Längenmaß zu erhalten.
Da sie in Ihre Email vom 02.05.2019 - nicht nur an mich, sondern auch an die Verfahrensbeteiligten in Kopie schickten, und darin mitteilen, dass am Haberweg...
Zitat:
"der von Ihnen vorgeschlagene Abschnitt zwischen den Eisenbahnüberführungen „Frankfurter Landstraße“ und „Kaiser-Friedrich-Promenade“ nicht ausreicht, um dort die für die verkehrenden S-Bahnzüge benötigen 210 Meter langen Bahnsteiglänge anzuordnen, sodass allein schon aus Gründen des Flächenbedarfs an dieser Stelle keine geeigneten Voraussetzungen für einen Haltepunkt bestehen."
...bitte ich Sie zur Klärung dieser wichtigen Frage der unterschiedlichen Längenangaben, den Interessierten die notwendigen Planunterlagen dieses Gleisabschnittes zu Ihrer Liegenschaft zur Verfügung zu stellen.
Da dieses Thema in Kürze die Stadtverordneten-Versammlung beschäftigen wird, bitte ich die Stadtverordneten-Versammlung bis zur Klärung der vor genannten unterschiedlichen Längenangaben am Haberweg, ihre Abstimmung zur Errichtung einer S-Bahn-Station Gonzenheim-Haberweg solange zurück zustellen.
Mit freundlichen Grüßen Kirsten Baum

Antwort des RMV auf unser Schreiben vom 05.05.2019
08.05.2019  |  16:47 Uhr
Sehr geehrte Frau Baum,
aufgrund Ihrer Nachfrage möchte ich klarstellen, dass die RMV GmbH nicht Eigentümerin der Bahnstrecke ist und deshalb keine Detailpläne darüber hat. Meine Abschätzung der verfügbaren Länge halte ich gleichwohl aufrecht. Ihre Angabe von 223 Metern habe ich nachzuvollziehen versucht, sie bezieht sich anscheinend auf den Abstand zwischen den Straßenräumen und nicht auf den Abstand zwischen den Brückenbauwerken selbst. Ich gehe davon aus, dass Sie als Architektin mit der Konstruktionsweise von Brücken vertraut sind. Die verkehrliche Konzeption am Bahnhof Bad Homburg hatte ich bereits erläutert; ein S-Bahn-Halt kann die planfestgestellte Verlängerung der U-Bahnstrecke nicht ersetzen.
Da die Anfrage ursprünglich an das Land Hessen adressiert war und es sich bei der Verlängerung der U-Bahn um ein lokales Verkehrsprojekt handelt, erhalten das Verkehrsministerium und die lokale Nahverkehrsorganisation diese Mail zur Kenntnis.

Mit freundlichen Grüßen,
i. A. xxxxx
Leiter Netzentwicklung und Schienenverkehr
Geschäftsbereich Verkehrs- und Mobilitätsplanung


Antwort auf das Schreiben des RMV vom 08.05.2019
09.05.2019  |  12:29 Uhr
Sehr geehrter Herr xxxxx, (RMV)

danke für Ihre schnelle Rückantwort und Auskunft darüber, dass die RMV GmbH nicht Eigentümerin der Bahnstrecken und Brückenbauwerke ist und Sie aus diesem Grund über keine Detailpläne - speziell die für den betreffenden Streckenabschnitt - Bad Homburg - HABERWEG - verfügen.
Im juristischen Sinne dürfte m.E. weiterhin der Bund Eigentümerin des Schienennetzes sein. Dass war aber nicht fraglich. Betreiberin / Besitzerin im betreffenden Streckenabschnitt ist jedoch die RMV GmbH.

Es erstaunt mich deshalb sehr, dass die Rhein-Main-Verkehrs GmbH RMV ein großflächiges Personen-Nahverkehrssystem problemlos betreiben kann, ohne Detailkenntnisse über ihre Betriebsmittel / Anlagen zu verfügen. Denn diese müssten doch von der Eigentümerin (Bund, od. DB-Netz ?) auch der Betreiberin RMV GmbH für ihre Tätigkeit als Grundlage ihres Geschäftsmodells Personennahverkehr zur Verfügung gestellt werden - und ebenso Grundlage ihrer GmbH sein?

Aus diesem Grund beunruhigt es mich sehr, dass sich die RMV GmbH nur auf "Abschätzung der verfügbaren Länge" am HABERWEG verlässt. Denken Sie nur an die Sicherheit im Fahrbetrieb und beim Personentransport.
Meines Erachtens kann - juristisch gesehen-, eine "Schätzung" von einer tatsächlichen "Feststellung" um bis zu 30% abweichen. Gleichwohl haben Sie in ihrer Email vom 02.05.2019 nicht von einer "Schätzung der verfügbaren Länge" am HABERWEG gesprochen, sondern den fachlichen Eindruck gegenüber den Mail-Empfängern erweckt  ...

Zitat:
..."möchten wir Sie darauf aufmerksam machen, dass der von Ihnen vorgeschlagene Abschnitt zwischen den Eisenbahnüberführungen „Frankfurter Landstraße“ und „Kaiser-Friedrich-Promenade“ nicht ausreicht, um dort die für die verkehrenden S-Bahnzüge benötigen 210 Meter langen Bahnsteiglänge anzuordnen, sodass allein schon aus Gründen des Flächenbedarfs an dieser Stelle keine geeigneten Voraussetzungen für einen Haltepunkt bestehen."

Wir Bürger - und gegebenenfalls Stadtverordnete Bad Homburgs - vertrauen dem Urteil von Fachleuten. Es erweckt jedoch den Eindruck, dass sie mit ihrer vermeintlich fachlichen "Feststellung" - nun "Schätzung" -, der "HABERWEG ist nicht geeignet für einen S-Bahn-Haltepunkt", einfach Bürger-Anfragen abzuwehren versuchen.
Insbesondere, da Sie als privatrechtliche GmbH in ihrer Email umgehend die verkehrliche Konzeption am Bahnhof Bad Homburg anführen (Ziel Verknüpfungspunkt - Drehscheibe Bahnhof Bad Homburg entwickeln) und "feststellen", ein S-Bahn-Halt kann die planfestgestellte Verlängerung der U-Bahnstrecke nicht ersetzen.

In einer Demokratie ist es notwendig, dass Bürger einen Ansprechpartner haben. Wenn das nicht gegeben ist und Bürger bei Anfragen immer vertröstet und weitergeleitet werden, stimmt etwas grundsätzlich nicht mehr. Ich gehe aber davon aus, dass Sie uns in dieser Sache weiterhelfen und uns Einsicht in betreffende Pläne geben.

Die Idee einer S-Bahn-Station Gonzenheim-Haberweg wurde erstmals 2001 von dem Dipl. Ing. Werner Solf ausgearbeitet und vorgestellt, später 2019 durch Frau Ingrid Selge neu entdeckt und von uns wiederbelebt. Wir bitten in dieser Angelegenheit einzig um unabhängige fachliche Prüfung der Idee - jedoch nicht der rechtlichen Beurteilung zur Umsetzungspflicht eines Verwaltungsaktes Bürgerentscheid.

Schließen möchte ich mit einem - möglicherweise passenden Zitat von Albert Einstein:
"Eine wirklich gute Idee erkennt man daran, dass ihre Verwirklichung von vorne herein ausgeschlossen erscheint."

Mit freundlichen Grüßen
Kirsten Baum

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